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Leseprobe zu "Die Liebe des Schwarzmagiers"

Leseproben von Beginn an findet ihr online auf den Seiten der Roman-Anbieter. Hier möchte ich euch eine Leseprobe aus dem weiteren Verlauf zur Verfügung stellen.

  

Er hatte ihr den Rücken gekehrt, sein langer schwarzer Umhang wehte mit seiner Bewegung und seine Schritte waren zielstrebig.
„John!“, rief sie seinen Namen.
Sofort blieben er und Anton stehen und drehten sich zu ihr.
In diesem Moment war John nicht anzusehen, was sich in den letzten Tagen zwischen ihnen ereignet hatte. Die Augenringe waren verschwunden und er wirkte stolz wie immer. Doch als sich jetzt ein Lächeln auf seine Lippen legte, wirkte es nicht so zuversichtlich, wie sie es von ihm kannte.
„Du hast dir ganz schön Zeit gelassen“, sagte er. Aus seinem Tonfall war nicht herauszulesen, was ihm durch den Kopf ging.
Diana kniff die Augen zusammen. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass er sie wahrgenommen haben musste, längst bevor sie seinen Namen genannt hatte. Vermutlich bereits, bevor sie die Arena erreicht hatte.
„John, dein Publikum wartet“, erinnerte Anton ihn.
„Ich weiß. Und ich werde sie nicht lange warten lassen.“ John zog seinen Umhang aus, ohne Diana aus den Augen zu lassen. Gleichzeitig beschwor er einen grünlichen Nebel um sich herauf.
Mit einem Schlucken musterte Diana die graugrünen Wolken und konnte den Gedanken nicht zurückdrängen, sie enthielten ein tödliches Gift.
Ein Winken Johns ließ Nebel und Umhang von ihm fort auf die Bühne fliegen. Begeisterter Beifall ertönte.
Schockiert trat Diana weiter vor, um dem Nebel nachzusehen.
„Was hast du vor?“, fragte sie John leise, als sie nur noch knapp einen Meter von ihm entfernt stand.
Er ging den letzten Meter, der sie voneinander trennte, auf sie zu. „Ich nehme an, das weißt du bereits, sonst wärest du nicht hier“, flüsterte er.
Eine Gänsehaut bildete sich auf ihren Armen. Sie spürte, wie sie ein leichtes Zittern überkam und trat einen Schritt vor ihm zurück. Mit Mühe versuchte sie, ihm ihre Unsicherheit nicht zu zeigen. Sie befürchtete, dies könne ihn in seinem Vorhaben nur bestärken, was auch immer dieses Vorhaben war. „Kein Zauberkünstler der Welt kann ein Gewitter verschwinden lassen“, gab sie zurück.
„Nun, wenn er aber den Wetterbericht gut kennt?“ Oberflächlich klang er amüsiert, doch um zu wissen, dass er es nicht wirklich war, kannte sie ihn gut genug. Sie räusperte sich. „Es wird auf deine Geste hin geschehen, John. Das ist nicht möglich.“
„Wenn dich das schon beunruhigt, solltest du wohl nicht mehr über die anderen Punkte meiner Show erfahren.“
Besorgt schüttelte sie den Kopf. „Was bezweckst du?“
Er zuckte mit den Schultern und drehte sich schon wieder der Bühne zu. „Nun, da du ohnehin nicht mehr vorhast, ein normales Leben mit mir zu führen, macht es keinen Sinn, mich weiter zu verstellen, richtig? …Blumentöpfe explodieren lassen, Lichter durchschneiden… das hat mich alles schon lange ermüdet. Die Kritiker, die meine Show als magisch bezeichneten, hatten keine Ahnung. Heute werde ich ihnen zeigen, was magisch heißt.“
„John!“, begann sie ihm zu widersprechen, hielt dann aber inne. Sie sah auf den starken Rücken, den er ihr zugekehrt hatte und glaubte die Schwäche unter dem Mantel zu erkennen. „Glaubst du wirklich, ich halte dich jetzt auf, indem ich dir sage, dass ich dich noch lieben würde?“, fuhr sie verständnislos fort.
„Nein.“ Er warf ihr einen Blick über die Schulter zu. „Mir reicht es, dass es dir selbst bewusst wird. Sagen musst du nichts. Doch die Tatsache, dass du hier bist, spricht für sich.“
Kopfschüttelnd sah sie zu Boden. „Das ist doch lächerlich“, sagte sie zu ihm genauso wie zu sich selbst.
„John“, schaltete Anton sich wieder ein. „Du solltest langsam hinaus.“
Während sie gesprochen hatten, hatte John bereits den Nebel zu einem Abbild seiner selbst geformt. Ein riesiger Nebelmagier ragte über der gesamten Bühne auf. Die leeren Augen blickten düster zum Publikum.
John drehte sich noch einmal vollständig zu Diana um. „Ein Wort von dir reicht und ich zeige nicht mehr, als die Menschen gewohnt von mir sind. Sage mir nur, dass du mich weiter an deiner Seite haben willst“, offenbarte er endlich, was er von ihr hören wollte.
„John!“, Anton klang schockiert, doch John winkte seinen Einwand nur ab. Er bedachte den Manager mit einem wissenden Lächeln. Dann sah er mit erhobener Augenbraue zurück zu Diana.
Dianas Hände begannen zu schwitzen. Die gesamte Situation erinnerte sie täuschend echt an ihren Traum zurück. „Du hast Recht. Ich liebe dich“, beeilte sie sich zu sagen, um dem entgegenzuwirken, was in ihrem Traum geschehen war. Und obwohl sie sich Mühe gab zu verbergen, dass sie es nicht wirklich so meinte, brachte sie die letzten drei Worte nur stockend hervor. „Mach deine Macht nicht öffentlich“, bat sie ihn weiter.
Johns Lächeln wurde breiter, allerdings nicht, weil er ihr ihre Aussage glaubte. Seine Augen drückten tiefe Trauer aus. Er klopfte Anton auf die Schulter. „Viel Spaß bei der Show.“ Dann trat er direkt an den Seiteneingang der Bühne heran.

 

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